SEPA - Das bekannte Lastschriftverfahren wird Anfang 2014 eingestellt.

SEPA?

Die Abkürzung SEPA steht für "Single Euro Payments Area" und soll, kurzgefasst, den Zahlungsverkehr europaweit harmonisieren und mit einheitlichen Zahlungsprodukten (Überweisungen und Lastschriften) abgewickelt werden. Innerdeutsche und grenzüberschreitende Zahlungen innerhalb der Europäischen Union sollen also künftig nach denselben Regeln abgewickelt werden. Insgesamt nehmen 32 EU und nicht-EU Länder an SEPA teil!

SEPA Überweisungen und Lastschriften werden am Markt breits angeboten, spielen aber bislang nur bei grenzüberschreitenden Transaktionen eine Rolle. Innerhalb Deutschlands ist nach wie vor überwiegend das normale Lastschriftverfahren (mit Kontonummer und Bankleitzahl) anzutreffen. Nicht nur in Deutschland, auch in den anderen Ländern der EU werden weiterhin die eigenen Zahlungsmittel angeboten, was den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr nicht nur lähmt sondern auch unökonomisch macht. Um diese kostenintensive Zweigleisigkeit von nationalen und SEPA Produkten zu beenden und den gesamten Zahlungsverkehr der EU schneller zu machen, hat die Europäische Kommission einen Vorschlag für eine EU-Verordnung auf den Weg gebracht. Von 2008 an wurden die neuen Instrumente eingeführt. Im Januar 2008 startete die SEPA-Überweisung und im November 2009 das Lastschriftverfahren. Am 1. Februar 2014, als gemeinsamer Endtermin, werden die nationalen Überweisungen und nationalen Lastschriftverfahren abgeschaltet.

SEPA Überweisung

Statt Kontonummer und Bankleitzahl werden dann künftig nur noch IBAN und BIC zum Einsatz kommen. Diese europaweit gültigen Kontodaten setzen sich aus einer Länderkennung, der Kontonummer und Bankleitzahl sowie einer zweistelligen Prüfziffer zusammen.

Die Vorteile sind:

  • einfachere europaweite Zahlungen mit nur einem Konto
  • schnellere Zahlungen, bargeldlos und europaweit
  • sichere Transaktionen durch besseren Schutz vor unberechtigten Kontobelastungen

 

SEPA Lastschrift

Beim SEPA-Lastschriftverfahren benötigt der Zahlungsempfänger eine Gläubiger-ID und ein Mandat des Zahlers.

Bei dem Mandat handelt es sich um
a) ein papiergebundenes Formular mit der eigenhändigen Unterschrift oder
b) um ein elektronische Mandat mit einer sicheren Unterschrift
c) Weiterhin gibt es noch ein e-Mandat welches von der deutschen Kreditwirtschaft nicht angeboten wird.

Die SEPA Lastschrift ist keine Sichtlastschrift. Sie enthält deshalb den Fälligkeitstermin (Vorankündigung der Zahlung, in der Regel 5 Tage was aber durch AGBs geändert werden kann).

 

SEPA Mandat

  • Das SEPA-Mandat enthält explizit die Weisung an die Bank des Zahlers, die Lastschrift einzulösen
  • Das SEPA-Mandat enthält die Ermächtigung an den Zahlungsempfänger, Zahlungen mittels Lastschrift vom Konto des Zahlers einzuziehen
  • Das SEPA-Mandat für eine SEPA Basislastschrift weist klar auf die Rückgabemöglichkeit innerhalb von acht Wochen hin
  • Das SEPA-Mandat enthält eine klare Referenzierung auf die Lastschrift (Gläubiger-Identifikationsnummer und Mandatsnummer)
  • Das SEPA-Mandat erlischt nach 36 Monaten der Nicht-Nutzung.
  • Aufgrund des SEPA-Mandates gilt der Einzug der SEPA-Lastschrift stets als autorisierte Zahlung, wohingegen eine Einzugsermächtigung grundsätzlich unautorisiert ist
  • Die SEPA-Mandate können über mehrere Versionen (aktuelle und zukünftige) verwaltet werden

Folgen

Die Einführung der SEPA-Mandate hat umfangreiche Auswirkungen auf die Zahlungsabwicklungen im B2C und B2B Bereich. Shopware, Magento und xt:Commerce Online Shops, die die Zahlungsweisen: Lastschrift oder Überweisung/Rechnung anbieten, müssen sich auf SEPA umstellen. Kunden die das Lastschriftverfahren wahrnehmen müssen aufgefordert werden ihre Mandate auszufüllen und einzureichen. Die verwendete Shopsoftware, WaWi und die interne Rechnungsabteilung müssen zuerst zweigleisig und dann komplett auf SEPA umgestellt werden. Die Anbindung an Finanzbuchaltungs-Dienstleister müssen aktualisiert und abgestimmt werden.

Die Verbesserung des Verbraucherschutzes und die Harmonisierung Duzender nationaler Rechtslagen und Zahlungskulturen sind zwar ein verfolgenswertes Ziel, führen in der Folge aber auch zu einem komplexeren Verfahren, das zunächst einmal auch viele Verbraucher und Unternehmen abschrecken wird. Es ist daher damit zu rechnen, dass die Kunden von Online-Shops zunächst auch auf andere etablierte Zahlungsverfahren (z.B. Kreditkarte oder Paypal) ausweichen, auch wenn diese höhere Transaktionskosten verursachen. Shopbetreiber sind daher gut beraten sich rechtzeitig sowohl auf die Umstellung der alten Lastschrift zum SEPA-Verfahren einzustellen als auch alternative Zahlungsmethoden in ihren Shops anzubieten. Denn je mehr Zahlungsmöglichkeiten ein Shop anbietet umso größer wird die Kaufwahrscheinlichkeit.

Die Lastschrift-Umstellung auf das SEPA-Verfahren kommt unweigerlich auf Sie zu. Lassen Sie sich von uns unterstützen und passen Sie Ihre Shops rechtzeitig an die veränderten Rahmenbedingungen an.